Achtsamkeit

„Das Licht der Gegenwart vertreibt die Schatten der Vergangenheit und die Nebel der Zukunft“

André Rehfisch

Gefangen in Gedanken

Wenn wir unseren normalen Alltag „leben“, können wir sehr oft feststellen, wie wir im Denken versunken, sogar manchmal grübelnd von unseren Gedanken beherrscht und davon getragen werden.
Hin und wieder mal nehmen wir gegenwärtig den ein oder anderen natürlichen, inneren Impuls wahr, dem wir nur allzu oft wieder mit Gedanken begegnen. Einmal damit angefangen, ergibt sich eine Gedankenspirale, die uns manchmal sehr weit von unserem eigentlichen natürlichen Impuls weg führt.

Wir denken in Bildern der Vergangenheit, konstruieren die Zukunft und bewerten Menschen, Dinge und Situationen mit denen wir in Kontakt kommen. Oftmals wird unsere denkende Tätigkeit von Emotionen begleitet, die das gegenwärtige Empfinden ungewollt beeinflussen, nicht selten negativ.
Da wir gewohnt sind unseren eigenen Gedanken jederzeit Glauben zu schenken, „belohnen“ wir uns anschließend mit der Akzeptanz dieser anscheinend logischen Denkprozesse, die nicht immer ihr Happy End für uns finden. Das Erdachte wird zu unserer Realität, die wir immer selbst erschaffen und bestimmt unser Handeln, für das wir die Verantwortung tragen. Und so erscheint uns auch die Welt und alles, was sich in ihr bewegt. Wir scheinen ständig dem Wandel unserer gedanklichen und darauf folgenden eigenen „Schöpfung“ unterworfen zu sein, mit dem unerfüllten Wunsch nach Ruhe und Zufriedenheit

 

Welche Möglichkeiten haben wir, um unser Leben mit mehr Fülle, Lebendigkeit und Präsenz zu leben?

Durch die Praxis der Achtsamkeit können wir unser Gewahrsein in jeder Lebenslage in der Weise kultivieren, in dem wir durch verschiedene formelle und informelle Übungen den gegenwärtigen Augenblick bewusst wahrnehmen, ohne diesen zu werten. Denn, im Augenblick des Wahrnehmens, denken wir nicht. Das Denken entspringt dem TUN-Modus, die Wahrnehmung dem SEIN-Modus. Wer wahrnimmt, denkt nicht.

Wir Menschen haben die natürliche Fähigkeit, dass wir die Welt in uns und um uns herum mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Wir haben dafür unsere Sinne, Augen zum Sehen, Ohren zum Hören, Hände zum Fühlen, eine Nase zum Riechen und den Geschmackssinn zum Schmecken.

Hinter den physisch-sinnlichen Funktionen „lebt“ die eigentliche Kraft in uns, die alle Wahrnehmung erst wirklich möglich macht, unser Bewusst-Sein, die Lebendigkeit an und für sich.

Eine Kraft in uns, die ewig wacht, auch dann, wenn der Körper erschöpft ist, eine Kraft , die immer präsent ist, auch wenn der Geist sich in anderem verliert und wir diese Präsenz nicht wahrnehmen können, bis uns das „abgelenkt“ sein als solches bewusst wird. Unser Bewusstsein hat die Fähigkeit sich seiner selbst gewahr zu sein und alles, was in und außerhalb unseres Körpers vor sich geht, mit einem gewissen Abstand wahr zu nehmen, ohne sich mit den Objekten zu verbinden, zu identifizieren oder die Dinge zu bewerten. Wenn wir solche Momente des Bewusst-Seins erleben, machen wir ganzheitliche Erfahrungen, die sich sehr heilsam auf den Körper und den Geist auswirken können.

Wir nehmen einfach nur wahr, was sich gerade zeigt, ganz gleich, was sich gerade zeigt. Dabei eröffnen wir, so gut es in diesem Augenblick geht, einen Raum für die Dinge, ohne diese als solche zu werten, ganz gleich ob wir das Erlebte als angenehm, unangenehm oder neutral erfahren. Der Sinn ist die Wahrnehmung als solches und die Akzeptanz dessen, was sich gerade in unserem Leben alles zeigt, egal ob Freud oder Leid.

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